Vincentino engagiert sich mit zwei Musikprogrammen "Kids on Drums - Klassen musizieren" und Rap-AGs mit dem Motto "Respect us"

Im Schuljahr 2017/18 ist Vincentino mit zwölf „Kids on Drums-Klassen“ in Kreuzberg und Neukölln am Start: an der Jens-Nydahl-Grundschule direkt am Kottbusser Tor; an der türkischen Europaschule Aziz-Nesin, sowie an der Grundschule am Regenweiher im Südneukölln und am Campus Efeuweg in der Gropiusstadt. Für unsere Kids-on-Drums Klassen haben wir seit 2008 den Musiker, Percussionisten und Texter Alfred Mehnert geholt, der die Kids-on-Drums Methode in zwei Jahrzehnten Praxis entwickelt hat. Heute arbeiten wir mit einem mehrköpfigen Team, dem neben Alfred auch die kubanische Schlagzeugerin Katrina Martinez, der kubanische Trompeter und Komponist Raudel Marzal und die junge griechische Musikerin Evi Filipou angehört. Die Kids lernen mit Marimbaphonen, Basstönen, Xylophonen, eigens modulierten Bass-Drums und Congas, Cajons, Cowbells, Lieder aus Alfreds „Kreuzberger Liederbuch“. Diese Sammlung von Melodien reflektiert die Herkunftskulturen der Berliner Kinder. Alfred Mehnert’s Früherziehung-Methodik verbindet Rhythmik, Melodik und Bewegung und hat den Unterricht „auf Augenhöhe“ mit den SchülerInnen zum Ziel. Sie lernen neben vielen Instrumenten ein neues Sozialgefüge. Mit neuen Körpererfahrungen schulen sie ihre Ausdrucksfähigkeit und Motorik und machen damit alle positive Lernerfahrungen. Die Didaktik ist auch perfekt in Willkommensklassen. Musik ist hier die Brücke zwischen Kulturen, unabhängig von Herkunft und Bildungsstand. Alle „Kids on Drums“-Dozenten werden in dieser Methodik geschult und erhalten Supervision.

Alfred Mehnert hat gemeinsam mit Ulla Giesler auch das Konzept der erfolgreichen Musikhaltestelle entwickelt, deren offene Musikkurse von 2015 bis Sommer 2017 im Kreuzberger Gräfe-Kiez liefen. Die Mittel dazu kamen vom BMBF aus dem Programm „Künste Öffnen Welten“. In den zwei Jahren hat die Musikhaltestelle über 1000 Kinder erreicht.

Dr. Heike Kahl von der Deutschen Kinder und Jugend Stiftung bestätigt, dass „in den nächsten Jahren die Frage der Diversität und der gesellschaftlichen Inklusion eine der vorrangigsten Fragen überhaupt sein wird. Und Musik und Kultur einfach einen anderen Blick und einen anderen Zugang zur Welt öffnen“.

Rap ist ein gutes Mittel, eigene Wünsche, Gefühle und Ziele zu formulieren
– und andere Meinungen in der Gruppe zu respektieren … An Neuköllner Schulen rappen keine pseudo-coolen Gangster, im Gegenteil, die Jugendlichen beschäftigen sich mit Sprache und erschließen sich neue Perspektiven. Da Texte und Themen sehr persönlich und geschlechtsspezifisch sind, haben wir die AGs für Mädchen und Jungs getrennt. Professionelle Anleitung bekommen Schülerinnen am Schulstandort Campus Efeuweg von der dänischen Rapperin Valeria Djurhuus alias OKARA und die Schüler von Jamal Kamano alias konTa. Der französische Rapper Pablo Charlemoine unterstützt die AGs mit politischer Bildung. Pablo und Jamal begleiteten in den vergangenen Schuljahren die Jungs-Rap-AG, die mit einem eigenem Video-Clip und mehreren Songs reüssierte.