Junges jüdisches Leben in Berlin mit Künster*innen entdecken - ein Gemeinschaftsprojekt der Vincentino-Medienwerkstatt mit Dagesh e.V. und Unterstützung der Stiftung EVZ.

In den Medienwerkstatt-Projekten erkunden Berliner Schüler*innen andere Lebenswelten mit dem Fokus auf junges jüdisches Leben in Berlin - in Zusammenarbeit mit Künstler*innen von DAGESH e.V.

Berliner Schüler*innen zwischen 9 und 16 Jahren tauschen sich mit den Künstler*innen aus, arbeiten künstlerisch zusammen und gewinnen dabei neue Einblicke in jüdische Lebenswelten. Die jungen Berliner*innen dokumentieren ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Diskussionen mit Unterstützung der Medien-Dozent*innen von Vincentino digital und tauschen ihre Erkenntnisse mit Freund*innen, Eltern und mit Gruppen aus anderen Kiezen aus. Das Projekt baut auf direkte Begegnungen der Kinder und Jugendlichen mit jüdischem Leben in Berlin. Mit couragierten jüdischen Expert*innen lernen die Kinder und Jugendlichen ihnen unbekannte Orte oder Institutionen kennen. Sie besuchen, recherchieren und besprechen diverse alltägliche Lebenswelten, die die Protagonist*innen ins Spiel bringen.

Über die gesamten Workshop-Tage erproben und erforschen die Teilnehmenden verschiedene Kunstformen. Dabei entstehen künstlerische Umsetzungen. Das Format (z.B. Film, Fotografie, Hörspiel) wählt die*der jeweilige Künstler*in. Die Jugendlichen setzen sich gestalterisch mit den Schnittstellen des Gelernten, mit eigenen Familiengeschichten und ihrer Gegenwart in ihrer Stadt oder Nachbarschaft auseinander. Durch die Begegnungen entstehen nicht nur Potentiale für Empathie und Perspektivwechsel – die Jugendlichen erproben vielfältige künstlerische Formen, um gesellschaftsbezogene Veränderungen im Denken und im Handeln anzuregen.

Das Medienprojekt findet mit Erkundungstouren zwischen April 21 bis Frühjahr 2021 mit Schüler*innen aus 6 Klassen statt - mit Projektstunden, Projekttagen oder in Projektwochen. Die passgenaue Integration in den Schulalltag wird in Bezug auf die Möglichkeiten während der Pandemiezeit vorgenommen. 

Vincentino kooperiert dabei mit DAGESH, der Verein bewegt sich an der Schnittstelle zwischen kultureller und politischer Bildungsarbeit. Als Plattform und Netzwerk unterstützt DAGESH junge jüdische Künstler*innen und gibt Stimmen und Ausdrucksformen zur Neudefinition eines gegenwärtigen und zukunftsgewandten jüdischen Selbstverständnisses und -bewusstseins einen Raum. DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext ist ein Programm der Leo Baeck Foundation. https://dagesh.de "DAGESH on Tour" wird durch Mittel des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglicht. Das Bildungsprogramm „DAGESH on Tour“ trägt zur demokratischen Schulkultur bei und setzt sich für den Zusammenhalt unserer pluralistischen Gesellschaft ein.

Die Medienpädagog*innen von Vincentino e.V. werden von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) https://www.stiftung-evz.de finanziert. Wir danken herzlich für die Zusammenarbeit. Die Programmreihe der Stiftung EVZ im Rahmen des Jubiläumjahres #2021JLID hat den Titel "#tsuzamen - junge Perspektiven auf jüdisches Leben".

Möchten Sie mehr über das Jubliläumsjahr erfahren: https://2021jlid.de

 

1. Projektwoche an der Bötzow-Grundschule zwischen dem 14. und 18. Juni 2021.
Die Künstler*innen/Dozent*innen Julia Alfandari (Kulturvermittlerin) und Noam Brusilovsky (Hörspielmacher, Regisseur) von Dagesh arbeiteten zusammen mit den Schüler*innen und Matthias Schellenberger (Künstlername: MASCH) und Sofie Beerfeltz (FSJ) von der Vincentino-Medienwerkstatt.

Projektbericht von unser FSJlerin Sofie Beerfeltz:

Die Projektwoche begann am Montag mit einer Kennenlernrunde, in der wir, Julia Alfandari und Noam Brusilovsky (Hörspielregisseur), sowie Matthias Schellenberger (Leiter der Medienwerkstatt), Maria (Praktikantin) und ich (FSJ) uns den Kindern der Klasse 6a und den zwei Lehrerinnen Carola Fuchs und Susanne Chors vorstellten.

Durch ein Quiz über das Judentum lernten die Schüler *innen erste Inhalte wie Feiertage, Alltagsleben und den geschichtlichen Hintergrund kennen. Danach bearbeiteten die Schüler*innen Steckbriefe von jüdischen Künstler*innen, darunter der Sänger Drake und die Schriftstellerin Deborah Feldmann. Sie vertieften damit ihr Wissen und stellten anschließend die verschiedenen Persönlichkeiten anhand eines Interviews, einer Tanz-Performance oder mit einer anderer Aufführung den anderen Schüler*innen vor.

Der Dienstag startete mit einer Talkshow. Julia und Noam beantworteten dabei alle Fragen der Kinder, die sie sich am Vortag und als Hausaufgaben überlegt hatten. Anschließend schauten wir den Film „Masel Tov Cocktail“ und besprachen den Inhalt des Kurzfilms. Kurz vor dem Ende wurde der Film gestoppt und die Schüler*innen überlegten sich in Gruppenarbeit ein eigenes Ende für den Film und verfilmen es. Nachdem wir die tollen Ergebnisse der Kinder präsentierten, schauten wir natürlich auch noch gemeinsam die richtige Schlussszene an und diskutierten darüber.

Am Mittwoch beschäftigten wir uns mit Geschlechterrollen im Judentum und Noams Hörbuch „Broken German“. Zunächst schrieben die Schüler ein Drehbuch für ein eigenes Hörspiel über Zivilcourage, das sie an den letzten zwei Tagen der Projektwoche aufnahmen. In einer Abschlussrunde hörten wir uns die Hörspiele der Kinder an und besprachen die Erlebnisse der Projektwoche.

 

2. Projekt an der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg von Oktober bis Dezember 2021 mit Schüler*innen der 7. Klasse unetr der Klassleitung von Jani Bähre.

 

 

Videos

Projektausschnitte für das Festival "Offenes Neukölln" im Juni 2021
Projektwoche mit Schüler*innen der Bötzow-Grundschule im Juni 2021

Projekte